Einsatz gegen Ratten

Zittau. Daniel Hempel arbeitet seit fünf Jahren als Schädlingsbekämpfer. Die SZ begleitete ihn einen Vormittag lang.

Von Anne Mareile Moschinski

Daniel Hempel sitzt in der Geschäftsstelle des Zittauer Hygiene-Service in der Komturstraße. Vor ihm steht eine Tasse Kaffee, er trägt einen grünen Schutzanzug, legt sich schon mal die Protokolle für die anstehenden Einsätze zurecht. Seit 2001 arbeitet er als Schädlingsbekämpfer in der Kreisstadt, vor allem mit der Beseitigung von Wespen und Ratten hat er hier zu tun. „Es kommt schon regelmäßig vor, dass Leute wegen Rattenbefall anrufen. Vor allem in leer stehenden Häusern halten sich die Tiere auf. Doch wir haben auch Fälle, bei denen Flöhe oder Kakerlaken beseitigt werden müssen“, erzählt der 31-jährige Mittelherwigsdorfer. Dann holt er die Autoschlüssel, setzt sich in seinen Lkw und fährt zum ersten Einsatz.

Auch Schimmel wird beseitigt

Ein kleiner, schwarzer Koffer liegt hinten auf der Ladefläche, den hat Daniel Hempel immer dabei. Denn hier werden die wichtigsten Utensilien aufbewahrt: Rattenköderboxen und die so genannten Antikoagulantien. Hierbei handelt es sich um Blutgerinnungshemmer, die unliebsame Ratten schnell und wirkungsvoll beseitigen. Heute hat der 31-Jährige ausschließlich die Bekämpfung der grauen Nagetiere auf dem Tagesplan stehen.
Als Erstes macht er Station vor einem Mietshaus. Hier braucht er nicht an der Tür zu klingeln, denn die Ursache des Ratten-Übels befindet sich im Garten zwischen den Kieselsteinen neben der Hauswand. „Wenn ich zum ersten Mal in eine Wohnung bestellt werde, versuche ich natürlich herauszufinden, woher das Ungeziefer kommt. Hier habe ich an der Hauswand dieses Loch bemerkt, durch das die Ratten vermutlich in den Keller gelangen“, erklärt Daniel Hempel, während er einen mit Antikoagulantien ausgestatteten Wachsblock auf einem Stück Draht unter die Kieselsteine legt. „Wenn wir Köder im Außengelände auslegen, müssen wir Draht benutzen, um die Rückstände entfernen zu können“, sagt er und steigt wieder ins Auto, um zum nächsten Termin zu fahren.

Erinnerungen bleiben

Die Beseitigung von Ratten ist für ihn Routine, doch ein Einsatz als Schädlingsbekämpfer ist Daniel Hempel ganz besonders in Erinnerung geblieben. „Wir wurden in eine Wohnung bestellt, die so mit Müll voll gestopft war, dass man sie nicht betreten konnte. Nur mit Hilfe einer Schneeschaufel konnten wir uns Eintritt verschaffen“, erinnert er sich. Manchmal wird er auch gerufen, wenn es um die Beseitigung von Schimmel oder Schwämmen im Mauerwerk geht.
Die Gaststätte, vor der Daniel Hempel nun hält, hat schon seit einiger Zeit mit Ratten im Keller zu kämpfen. Hierfür füllt der Schädlingsbekämpfer Köderboxen mit Rattengift und verteilt sie im Untergeschoss des Gebäudes. Nach einer Woche wird kontrolliert, wie viel von dem Futter gefressen wurde, die toten Ratten werden entsorgt.
Bei der letzten Kundin, die an diesem Vormittag auf dem Plan des Zittauer Hygiene-Service steht, entdeckt Daniel Hempel schließlich den möglichen Grund für den Rattenbefall: Bei der Kontrolle der Köderboxen findet er ein Loch in der Wand. Um die Spuren der Tiere verfolgen zu können, verteilt er hier weißes Pulver. Mit diesem Einsatz ist für ihn der Vormittag beendet, Daniel Hempel fährt zurück zur Geschäftsstelle und bereitet sich auf die nächsten Termine vor.

 

Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/einsatz-gegen-ratten-1148871.html